Impfungen

Impfungen schützen vor ernsthaften Erkrankungen und deren Komplikationen. Mit einer Impfung stimuliert man das körpereigene Abwehrsystem, damit ein Schutz gegen eine bestimmte Krankheit aufgebaut wird.

Schweizer Impfausweis vor grauem Hintergrund. Nahaufnahme.

Impfungen gehören zu den wichtigsten Errungenschaften in der Geschichte Medizin. Neben der Verbesserung der Hygiene haben vor allem auch sie dazu geführt, dass in den Industrienationen die übertragbaren Krankheiten nicht mehr Todesursache Nummer 1 sind, wie es noch vor 100 Jahren der Fall war. Gerade weil viele dieser impfverhütbaren Krankheiten heute bei uns kaum mehr gesehen werden und dadurch die wirkliche Bedrohung oft nicht mehr wahrgenommen wird, ist es wichtig, dass der Schutz durch Impfungen nicht in Vergessenheit gerät. Das Bundesamt für Gesundheit veröffentlicht jedes Jahr die offiziellen Schweizerischen Impfempfehlungen.

nach oben

Kinder und Jugendliche

Basisimpfungen für Kinder

Für Säuglinge und Kinder empfiehlt der Schweizerische Impfplan Basisimpfungen gegen Starrkrampf (Tetanus), Diphtherie, Keuchhusten (Pertussis), Haemophilus influenzae Typ b (Hib), Kinderlähmung (Poliomyelitis) sowie gegen Masern, Mumps und Röteln. Die erste Impfung wird im Alter von 2 Monaten durchgeführt. Die Basisimpfungen sind für die Gesundheit jedes Einzelnen lebenswichtig. Zudem bewirken sie einen für die Bevölkerung unerlässlichen Schutz, indem gefährliche Infektionskrankheiten eingedämmt werden können. Je mehr Kinder geimpft sind, desto seltener treten diese Krankheiten auf. Impfungen schützen nicht nur das eigene Kind, sondern auch Neugeborene, andere Kinder, Schwangere und andere Erwachsene.

Impfungen im Jugendalter

Einige Impfungen werden speziell im Jugendalter vorgenommen. Dazu gehören die Impfungen gegen Hepatitis B und die HPV-Impfung, welche gegen Gebärmuttermutterhalskrebs, Analkarzinom und Genitalwarzen schützt. Jugendliche sind besonders gefährdet, sich mit diesen Krankheiten anzustecken. Auch eine Impfung gegen Windpocken (Varizellen) ist im Alter zwischen 11 und 15 Jahren empfohlen, falls man als Kind nie daran erkrankt ist.

Ergänzende Impfungen

Die Impfungen gegen Pneumokokken und Meningokokken der Gruppe C gehören zu den empfohlenen ergänzenden Impfungen. Neben Hämophilus influenzae (Hib) zählen Pneumokokken und Meningokokken zu den häufigsten Erregern von Hirnhautentzündungen bei Kindern.

Wann sind welche Impfungen empfohlen?

Der Schweizerische Impfplan, der Kinderarzt/die Kinderärztin oder der Hausarzt/die Hausärztin können Auskunft darüber geben, wann welche Impfungen notwendig sind. Die empfohlenen Impfungen werden von der obligatorischen Krankenpflegeversicherung übernommen (Impfung gegen Humane Papillomaviren nur im Rahmen von kantonalen Programmen).

nach oben

Schulärztliche Impfungen

Die Vorbeugung von übertragbaren Krankheiten ist eine zentrale Aufgabe des Kinder- und Jugendgesundheitsdienstes. Im Rahmen der schulärztlichen Untersuchungen, der Impfaktion in der ersten Sekundarschulklasse und der Impfsprechstunde besteht die Möglichkeit zu Beratung und Durchführung von Impfungen.

Der Kinder- und Jugendgesundheitsdienst orientiert sich für die Empfehlung und Durchführung von Impfungen an den offiziellen Schweizerischen Impfempfehlungen (Schweizerischer Impfplan). Falls die Kontrolle des Impfausweises zeigt, dass Impfungen notwendig sind, werden entsprechende Empfehlungen abgegeben oder bei Einverständnis der Eltern Impfungen gegen Diphtherie, Starrkrampf, Keuchhusten, Kinderlähmung sowie gegen Masern, Mumps und Röteln durchgeführt. Impfungen gegen Hepatitis B und HPV (humane Papillomaviren) sind zusätzliche Angebote für Jugendliche ab 11 Jahren. Meist werden Kombinationsimpfstoffe verwendet, sodass die Anzahl der verabreichten Spritzen verringert werden kann. Die Impfungen sind kostenlos.

Schulärztliche Untersuchungen

Bei den Untersuchungen im Kindergarten, der 3. Klasse und der 9. Klasse werden die Impfausweise der Kinder/Jugendlichen kontrolliert. Falls Impfungen fehlen, werden die Eltern darauf hingewiesen, diese beim Kinderarzt/der Kinderärztin nachzuholen. Im Rahmen der Untersuchung in der 3. Primarklasse besteht zudem die Möglichkeit der kostenlosen Impfung, wenn die Eltern dies wünschen.

Impfaktion in der ersten Sekundarschulklasse

In der 1. Klasse der Sekundarschule wird eine Impfaktion durchgeführt. Die Schülerinnen und Schüler werden in Informationsveranstaltungen an ihrer Schule über die Wichtigkeit von Impfungen informiert. Ein spezielles Gewicht wird dabei auf diejenigen Impfungen gelegt, welche für das Jugendalter empfohlen sind (Hepatitis B, Humane Papillomaviren). Das Einverständnis der Eltern vorausgesetzt, werden die Jugendlichen dann später klassenweise im Schulhaus geimpft. Dabei werden diejenigen Impfungen durchgeführt, welche laut Schweizerischen Impfplan notwendig sind und gegen die die Jugendlichen noch nicht geimpft sind (zum Beispiel Auffrischimpfungen).

Impfsprechstunde

Im Kinder- und Jugendgesundheitsdienst existiert eine schulärztliche Impfsprechstunde mit kostenloser Beratung und Impfung für alle im Kanton Basel-Stadt wohnhaften Kinder und Jugendliche.

Weitere Informationen zu unseren Schulärztlichen Angeboten finden Sie unter Schulgesundheit.

nach oben

Erwachsene

Auffrischimpfungen und Nachholimpfungen

Einzelne Impfungen müssen von Zeit zu Zeit aufgefrischt werden. Das Bundesamt für Gesundheit empfiehlt die routinemässige Auffrischimpfung gegen Diphtherie und Wundstarrkrampf (Tetanus). Aber auch ein fehlender Basisschutz oder unvollständige Impfungen sollen unbedingt nachgeholt werden. Hier ist vor allem die Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln wichtig.

Grippeimpfung

Während grippale Infekte meist harmlos verlaufen, kann die Grippe (Influenza) für gewisse Personen gefährlich sein. Die Grippeimpfung wird folgenden Personen besonders empfohlen: Menschen ab 65 Jahren, Patienten mit chronischen Krankheiten (Herz-, Kreislauf- oder Lungenkrankheiten), Zuckerkranke, Menschen mit abgeschwächtem Immunsystem und Beschäftigte im Gesundheitswesen. Auch schwangere Frauen ab dem 2. Drittel der Schwangerschaft sowie gewisse Frühgeborene und Menschen in Pflegeeinrichtungen wird empfohlen, sich impfen zu lassen.

Pneumokokkenimpfung

Pneumokokken sind Bakterien, die schwere Infektionen verursachen können, besonders bei Säuglingen, Kleinkindern, älteren Menschen und Personen mit chronischen Grundleiden. Die Pneumokokkenimpfung ist deshalb speziell wichtig für Personen ab 65 Jahren sowie für Personen mit folgenden Leiden: chronische Herz-Lungen-Krankheiten, Zuckerkranke (Diabetes mellitus), Einschränkung der Nierenfunktion (Niereninsuffizienz), HIV-Infektion, Fehlen der Milz, immunologischen Störungen, bestehendem oder geplantem Cochlea-Implantat, Missbildungen der Schädelbasis sowie gewisse Säuglinge und Frühgeborene.

Impfungen für Risikogruppen

Nicht alle Personen haben das selbe Risiko, sich mit einer Krankheit anzustecken oder eine gefährliche Komplikation zu entwickeln. Ein erhöhtes Risiko kann verschiedene Ursachen haben wie: chronische Krankheiten, schwaches Immunsystem, Verhaltensweisen, die das Risiko erhöhen, berufsbedingtes erhöhtes Risiko, Alter oder Lebensraum. Personen, die einer dieser Risikogruppen angehören, wird empfohlen, sich gegen verschiedene weitere Krankheiten wie Hepatitis A/ B, Pneumokokken, Meningokokken, Windpocken oder Zeckenenzephalitis zu impfen.

nach oben

Reiseimpfungen

Immer mehr Menschen reisen heute ins Ausland, insbesondere in tropische Länder. In fremden Ländern kommen verschiedenste Infektionskrankheiten vor, welche häufig spezielle Impfungen erfordern.

Wenn Sie eine Reise in ein fernes Land planen, sollten Sie sich schon frühzeitig vor der Reise über die Urlaubdestination und deren Krankheiten informieren. In fremden Ländern wird der Körper mit für ihn unbekannten Erregern konfrontiert, welche Krankheiten auslösen können. Für einige dieser Infektionskrankheiten gibt es Impfungen, für andere gilt es, Vorsichtsmassnahmen zu beachten.

Individuelle Beratung

Die Impfempfehlungen richten sich nach dem Vorkommen von Infektionskrankheiten im betreffenden Land, nach individuellem Impfstatus, Alter und Gesundheitszustand und können sich jährlich ändern. Durch eine persönliche Beratung durch Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder durch die Reiseberatungstelle des Schweizerischen Tropen- und Public Health-Instituts in Basel erhalten Sie gezielte Empfehlungen sowie die nötigen Medikamente und Impfungen. Nehmen Sie dazu unbedingt Ihre Impfkarte mit.

nach oben

Mehr zum Thema