Tipp des Monats

Januar 2019: Gesund mit Schichtarbeit

In der Schweiz arbeiten ca. 20 % der Erwerbstätigen im Schichtbetrieb, ein Grossteil davon in der Nacht. Es gibt verschiedene Gründe, dass Betriebe in bestimmten Wirtschaftsbereichen in Schichten und in der Nacht arbeiten. Typische Betriebe sind Pflege- und Überwachungsdienste, sowie Stahl-, Pharma- und Kunststoffindustrie. In letzter Zeit sind nun weitere Bereiche aus dem Dienstleistungssektor hinzugekommen: Logistik-, Transport-, Verkauf-, oder Finanzunternehmen.

Gesundheitliche Folgen

Arbeit in Schichten und besonders in der Nacht wird von den Betroffenen unterschiedlich wahrgenommen. So verlassen laut Angaben der SECO (Staatssekretariat für Wirtschaft) ca. 20 % die Schichtarbeit aus persönlichen oder gesundheitlichen Gründen in der Regel im ersten Jahr. Die meisten (ca. 70 % der Arbeitnehmenden) lernen mehr oder weniger damit umzugehen.

Nur rund 10 % der Nachtarbeitenden in der Schweiz schätzen ihre Gesundheit persönlich als unproblematisch ein.

Folgende Auswirkungen auf die Gesundheit können auftreten:

  • Schlafstörungen und Müdigkeit,
  • Innere Unruhe und Nervosität,
  • Appetit- und Verdauungsstörungen
  • Beeinträchtigung des Immunsystems

Gut organisierte Schichtpläne können helfen, diese gesundheitlichen Einschränkungen abzumildern oder sie gar nicht erst entstehen zu lassen. Arbeitgeber können so die Belastungen etwas abmildern und die Mitarbeitenden können sich so besser an die geänderten Arbeits- und Ruhezeiten anpassen. Bei guten Schichtplänen rotieren die Schichtzeiten immer vorwärts:

Auf die Frühschicht folgen die Spät- und dann die Nachtschicht. Den Arbeitnehmenden stehen zudem mindestens elf Stunden Erholung zwischen den Schichten zu.

So schützen Sie Ihre Gesundheit

Als Schichtarbeitende oder Schichtarbeitender müssen Sie sich stärker um eine geregelte Lebensführung kümmern, als eine Person, die ausschliesslich am Tag arbeitet. Wichtig ist, dass Sie trotz der Schichtarbeit Ihr inneres Gleichgewicht finden. Gerade bei Schichtarbeit sind die drei Faktoren Schlaf, gesunde Ernährung und Bewegung sehr wichtig.

  • Tipps zum Schlaf
    Ein besonderes Augenmerk sollten Sie auf Ihren Schlaf legen. Da der Tagschlaf nach einer Nachtschicht kürzer (ca. 4 – 6 Stunden) und nicht so erholsam ist, wie der Nachtschlaf, sollten Sie möglichst fixe Zeiten einhalten: Gehen Sie täglich zur gleichen Zeit zu Bett und stehen Sie zur gleichen Zeit auf. Legen Sie ihre  Einschlaf- und Aufwachzeiten passend zur Schicht vorher fest. Achten Sie darauf, dass Sie insgesamt auf mindestens sieben Stunden Schlaf kommen. Gestalten Sie die Schlafumgebung bewusst und sorgen Sie für ein ruhiges, dunkles und eher kühles Schlafzimmer. Schalten Sie vor dem Schlafengehen alle elektronischen Geräte (Computer, Fernseher, Smartphone) aus und verzichten Sie auf Koffein, Schwarztee oder Nikotin. Versuchen Sie anstelle von Schlafmitteln Entspannungstechniken, ein nicht zu warmes Bad oder andere „zu-Bett-Geh-Rituale“. Bei hartnäckigen Schlafstörungen wenden Sie sich an Ihren Arzt.
     
  • Bewegung im Freien
    Bewegung hilft um besser zu schlafen und hält Sie fit.  Ein regelmässiges, moderates Ausdauertraining schon 2 bis 3-mal in der Woche für eine halbe Stunde wirkt Wunder. Auch ist es sinnig, Bewegung in den Alltag einzubauen (Fahrradfahren, Laufen), zumal Sie sich als Schichtarbeitende/r täglich mindestens 30 Minuten hellem Tageslicht aussetzen sollten. Vermeiden Sie jedoch grosse körperliche Anstrengung vor der Spät- oder Nachtschicht. Auch direkt vor dem Schlafengehen sollten Sie auf Sport verzichten, da dies den Organismus zu stark aktivieren würde.
     
  • Ernährung zur richtigen Zeit
    Auch der Ernährung kommt bei der Schichtarbeit eine wichtige Bedeutung zu. Die Einnahme der Mahlzeiten sollte regelmässig und zur gleichen Zeit erfolgen. Bei der Nachtschicht empfiehlt sich am Abend ein leichtes Abendessen und in der Nacht eine warme Mahlzeit. Zwei Stunden vor Schichtende sollte eine kleine Zwischenmahlzeit erfolgen.
    Planen Sie mindestens eine gemeinsame Mahlzeit mit der Familie am Tag und stimmen Sie Ihre Bedürfnisse mit den Bedürfnissen Ihrer Familie ab. Wenn das gemeinsame Essen mit der Familie nur mittags möglich ist, kann es zum sogenannten „Schlaf mit Unterbruch“ kommen. Lassen Sie sich kurz vor dem Essen wecken. Ein weiteres Mal schlafen Sie dann vor der nächsten Schicht.
     
  • Zeit mit Freunden und Familie
    Schichtarbeit erfordert die Freizeit laufend zu planen. Nur so lassen sich die notwendigen gemeinsamen Zeiträume trotz erschwerter Umstände finden. Unternehmen Sie tagsüber etwas gemeinsam und hängen Sie Ihren Schichtplan auf oder verteilen Sie ihn an Freunde und Familie, damit diese Sie auch in ihre Planung mit einbeziehen können. Reden Sie regelmässig mit Arbeitskolleg/innen über das, was Sie bewegt.

Achten Sie auf sich und Ihre eigenen Bedürfnisse. Viel Bewegung, erholsamer Schlaf, eine gesunde, genussvolle Ernährung in entspannter Atmosphäre und eine gut durchdachte Freizeit helfen Ihnen dabei!