Aktionstage Psychische Gesundheit 2018

Emotionen als Ressource

"Erlauben Sie eine Frage zum Einstieg: Welche Gefühle sind Ihnen vom heutigen Tag in Erinnerung geblieben? Vielleicht waren Sie heute Morgen beim ersten Blick auf das Handy etwas neugierig, der anschliessende nur lauwarme Kaffee liess ein leicht ärgerliches Gefühl aufkommen, aber beim Blick aus dem Fenster auf einen wunderschönen Baum kam dann doch wieder Freude auf.


Gefühle gehören zu uns. Die Psychologie unterscheidet Grundemotionen wie Freude, Wut, Ekel, Furcht, Verachtung, Traurigkeit und Überraschung, welche die Menschen unsichtbar verbinden. Wenn wir unsere Emotionen in Worte zu fassen versuchen, kommen noch weitere Beschreibungen wie Begeisterung, Panik, Vertrauen, Eifersucht und Liebe hinzu. Gerade belastende Gefühle würde man nicht selten gerne aus Alltagssituationen verbannen: die Wut nach einer verletzenden Kritik, die lähmende Angst vor einer Prüfung oder die Ungeduld gegenüber einem Mitmenschen. Werden starke Gefühle regelmässig verdrängt oder ist man über längere Zeit stark von negativen Gefühlen geplagt, kann dies unsere Lebensenergie schwächen und sogar krank machen. Das Gute ist: Wir sind der Macht der Gefühle nicht hilflos ausgeliefert! Ein positiver und achtsamer Umgang mit den eigenen Gefühlen kann uns helfen, selbst belastende Emotionen als Ressource zu nutzen. Denn durch sie können wir neue Möglichkeiten entdecken und herausfordernde Situationen besser bewältigen.


Die Aktionstage Psychische Gesundheit 2018 nehmen vor diesem Hintergrund das Thema Gefühle auf und zeigen Wege, wie auch mit (zu) starken Emotionen gut gelebt werden kann. In den vielseitigen Veranstaltungen berichten Angehörige, Betroffene und Fachpersonen von ihren Erlebnissen. Sie sind herzlich eingeladen, dabei zu sein, Fragen zu stellen und mitzudiskutieren."

Dr. med. Thomas Steffen
Kantonsarzt Basel-Stadt, Leiter Medizinische Dienste,
Gesundheitsdepartement des Kantons Basel-Stadt

Programmflyer Aktionstage Psychische Gesundheit 2018

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Wir sind hier!

Grusswort, Filmvorführung und Diskussion

Sonntag, 21. Oktober, «Matinée» | 11.00–13.00 Uhr

Wenn sich eine Mutter oder ein Vater ein Bein bricht, wird darüber gesprochen. Wenn ein Elternteil psychisch erkrankt, wird es oft verheimlicht. Kindern tut es aber gut, mit ihren Gefühlen und Sorgen gesehen und gehört zu werden, denn nicht nur für die Eltern ist es schwer, sondern auch für die Kinder. Wie empfinden sie die psychischen Erkrankungen der Eltern? Wie gehen sie damit um? Wie wird eine Depression, Bipolare Störung oder eine Schizophrenie wahrgenommen? Was kann ein Kind tun, wenn es sich allein gelassen und überfordert fühlt? Was würden sich die Kinder und Jugendlichen wünschen? Das sind Fragen, mit welchen sich Jugendliche und Kinder im Dokumentarfilm „Wir sind hier!“ auseinandersetzten und über ihre Erfahrungen berichteten. Sie machen anderen Kindern Mut, trotz der Erkrankungen der Eltern ihr Leben zu leben. In Basel erhalten Kinder und Angehörige von psychisch kranken Menschen neu Unterstützung bei der dafür eingerichteten Anlaufstelle der Stiftung Rheinleben. Nach dem Film moderiert Susanne Hueber eine Diskussion mit Prof. Dr. med. Alain Di Gallo (Klinikdirektor KJPK), Diana Michaelis (Leiterin Anlaufstelle Stiftung Rheinleben) und weiteren Podiumsgästen. Freie Platzwahl.

Kult.Kino Atelier | Theaterstrasse 7

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Mach Dir Luft! Ärger im Jugendalter – von Wachstum und Kontrollverlust

Vortrag und Diskussion

Montag, 22. Oktober | 19.00–20.30 Uhr

In ihrem Vortrag vertreten Adrian Kamber, M. Sc. Psychologe FSP, und Stefanie Thomas, Dr. rer. nat., Dipl. Psychologin, die Auffassung, dass Ärger aus entwicklungspsychologischer Sicht ein typisches und zugleich sehr wichtiges Gefühl im Jugendalter ist, weil es jungen Erwachsenen hilft, sich durchzusetzen und ihre Ziele zu verwirklichen. Geht die Kontrolle über den Ärger verloren oder verdeckt der Ärger andere Gefühle, führt er jedoch auch relativ häufig zu Gewalt. Nach dem Vortrag folgt eine Podiumsdiskussion mit jungen Straftätern.

Union, oberer Saal, 1. Stock | Klybeckstrasse 95

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Leidenschaft

Referat, Diskussion und Tanzworkshop

Montag, 22. Oktober | 19.30–21.45 Uhr

Leidenschaft und Begeisterung können dem Leben eine bestimmte Würze geben. Aber wann kippt Leidenschaft in schädliches Verhalten oder sogar in Abhängigkeit? Darüber diskutieren Renanto Poespodihardjo (Psychologe UPK Basel), Regula Lüthi (Pflege UPK Basel) und Betroffene (Tanzsucht, Online Gaming, Glücksspielsucht). Zu Beginn der Veranstaltung findet für alle ein Crashkurs Salsa statt und im letzten Teil wird weitergetanzt. Vielleicht wecken wir damit auch Ihre Leidenschaft.

Badhuesli | Elsässerstrasse 2

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Gefühle sind keine Krankheit– warum wir sie brauchen und wie sie uns zufrieden machen

Lesung und Diskussion mit anschliessendem Apéro

Dienstag, 23. Oktober | 19.30–21.00 Uhr | Türöffnung: 19.00 Uhr

Die Lesung wird von Nina Poelchau gehalten. Sie ist Reporterin beim "Stern", ausgebildete Gesprächs- und Paartherapeutin und zusammen mit Dr. Christian Peter Dogs Autorin von "Gefühle sind keine Krankheit – warum wir sie brauchen und wie sie uns zufrieden machen".

Dieser Bestseller zeigt: Wir selbst können viel für unsere seelische Gesundheit tun. Christian Peter Dogs ist Klinikleiter und hat viele tausend Menschen behandelt, die an Depressionen, Ängsten und den Folgen traumatischer Ereignisse litten — mit ungewöhnlichen und sehr erfolgreichen Konzepten. Die Erfahrungen seiner langjährigen Berufspraxis zeigen: Es gibt Auswege. Was psychische Leiden bedeuten, weiss Dogs auch, weil er als Kind und Jugendlicher unvorstellbare Gewalt und Vernachlässigung erlebte. Wie es trotzdem gelingen kann, ein zufriedenes Leben zu führen, beschreibt er hier. Er erklärt, warum es so wichtig ist, unangenehme Gefühle und Warnsignale des Körpers frühzeitig ernst zu nehmen.

Platzreservation empfohlen (061 264 26 55 oder basel@orellfuessli.ch). Gratistickets im Vorverkauf.

Orell Füssli | Freie Strasse 17

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Aggression im Kindesalter: Umgang mit einem wichtigen Gefühl

Vortrag und Diskussion

Mittwoch, 24. Oktober | 19.30 – 21.00 Uhr

Wenn Kinder «Wutanfälle» oder «aggressive Ausbrüche» haben, ist das Umfeld meist stark gefordert und besorgt. Nicht selten möchte man solche Gefühle am liebsten aus dem Alltag verbannen. Dies kann dazu führen, dass Aggression in Familien oder pädagogischen Einrichtungen tabuisiert wird. Um sich weiterentwickeln zu können, brauchen Kinder die Möglichkeit, ihren Aggressionen Ausdruck zu verleihen. Caroline Märki-von Zeerleder (Leitung familylab Schweiz) berichtet, wie Kinder und Erwachsene lernen können, mit Aggressivität konstruktiv umzugehen.  Dabei werden folgende Fragen und Inhalte thematisiert:          

  • Wo kommen die aggressiven Gefühle her und welche Funktionen erfüllen sie im Zusammenspiel mit anderen?
  • Aggression verstehen
  • Wie können die Erwachsenen der Aggression ihrer Kinder begegnen?
  • Zusammenhang Aggression und Gewalt
  • Die Aggression beim Erwachsenen

Nach dem Vortrag folgt ein Podium mit Gaby Burgunder (Elternberatung BS) .

Hotel Bildungszentrum 21, Lingua-Franca-Saal | Missionsstrasse 21

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Freizeit: Erholung oder Stress?

Impulsreferat und Podiumsdiskussion

Donnerstag, 25. Oktober | 19.30 – 21.00 Uhr

In der sogenannten Freizeit sind die einen mit Erledigungen, Verabredungen
und Terminen verplant, die anderen leiden unter dem Gefühl, ihre freie Zeit irgendwie sinnvoll nutzen zu müssen, da Nichtstun in der heutigen Erlebnisgesellschaft als inakzeptabel gilt. So oder so, statt Entspannung herrscht Druck und immer mehr Menschen fühlen sich in der Freizeit gestresst. In einem Impulsreferat spricht PD Dr. Johannes Beck (Psychiater Klinik Sonnenhalde Riehen) über das Phänomen Freizeitstress und diskutiert mit betroffenen Gästen und dem Publikum über die Auswirkungen und mögliche Auswege.

Bürgersaal Gemeindehaus | Wettsteinstrasse 1, Riehen

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Seelsorge als Ressource für psychisch Erschütterte?

Impulse und Gespräch

Donnerstag, 25. Oktober | 19.30–21.00 Uhr

Grenzsituationen, existenzielle Tiefen, gescheiterte Lebensentwürfe. Was, wenn bisherige Sinnstrukturen nicht mehr tragen? Wenn alles zerbricht? Wohin mit all diesen schwierigen Gefühlen? Wir fragen, inwiefern Seelsorge und Rückhalt in Glauben und Spiritualität in solchen Situationen hilfreich sein können. Der Basler Rabbiner Moshe Baumel, die Islamwissenschaftlerin und Muslimin Dr. Rifa’at Lenzin und die Psychiatrieseelsorgerin Dr. Gabriele Kieser im Gespräch mit Tosca Schneider (Peer/Genesungsbegleiterin und Behandlungsbeirat UPK Basel) und dem Assistenzarzt Dr. Patrick Köck (UPK Basel).

Unternehmen Mitte, Bel Etage, 1. Stock | Gerbergasse 30

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Auf den Spuren der Basler Trinkkultur

Stadtführung

Samstag, 27. Oktober | 10.30–11.45 Uhr

Alkohol gehört seit Jahrhunderten zum gesellschaftlichen Leben. Wussten Sie, dass in Basel bis zur Trennung von Trink- und Abwassersystemen im Jahr 1866 bakterienarmes Bier dem Wasser vorgezogen wurde? Alkohol wurde aber auch schon damals aus Geselligkeit oder um schwierige Lebensumstände besser ertragen zu können, konsumiert. Erfahren Sie auf dem Rundgang durch die Basler Altstadt mit dem bekannten Stadtführer Grabmacherjoggi und dem Suchtexperten Marcel Heizmann mehr über die Spuren der Basler Trinkkultur.

Treffpunkt: Tinguely-Brunnen beim Stadttheater

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Ella & John – Das Leuchten der Erinnerung

Filmvorführung und Diskussion

Sonntag, 28. Oktober, «Matinée» | 11.00 – 13.30 Uhr

Ella und John sind seit vielen Jahren glücklich verheiratet und leben in Wellesley bei Boston, doch langsam macht sich das Alter bemerkbar. Bei Ella wurde ein Tumor entdeckt und John leidet an Alzheimer. Beide haben das Gefühl, dass ihnen nicht mehr viel Zeit bleibt, weshalb sie sich eines Tages mit ihrem Oldtimer-Wohnmobil auf einen Roadtrip der amerikanischen Ostküste entlang begeben und ihr vielleicht letztes Abenteuer erleben.

«Das Leuchten der Erinnerung» erzählt von den guten Lebensmomenten, die auch inmitten all der schlechten aufleuchten. Über den Film diskutieren Prof. Dr. med. Thomas Leyhe (UPK Basel) und Ruth Pleuser (Marthastift) zusammen mit weiteren Podiumsgästen. Freie Platzwahl.

Kult.Kino Atelier | Theaterstrasse 7

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Dein Bier – mein Bier? Wie problematisches Trinken das Umfeld belastet

Vortrag und Diskussion

Montag, 29. Oktober | 14.00 – 15.30 Uhr

Fast jede dritte Person in der Schweiz kennt jemanden im beruflichen oder privaten Umfeld mit Alkoholproblemen. Häufig werden Angehörige vor schwierige Herausforderungen gestellt und von unguten Gefühlen geplagt. Bereits das Ansprechen des Themas kann für Vorgesetzte, Pflegefachpersonen, Arbeitskollegen, Freunde oder Familienangehörige eine schwierige Aufgabe darstellen.  Oft möchten Angehörige von Suchterkrankten helfen und tragen dabei selbst ein hohes Risiko, Schaden zu nehmen. Sie machen häufig einiges durch: Sorgen, Angst, Wut, Scham, Schuldgefühle, Entmutigung bis hin zu Depressionen oder psychosomatischen Leiden. Wie schlecht es ihnen selber geht, bemerken viele erst spät. Ein Grossteil behält die eigene Not lange Zeit für sich. Es braucht Mut, über die eigene Situation als Angehörige/-r zu sprechen. Prof. Dr. med. Gerhard Wiesbeck (UPK Basel) zeigt in seinem Referat auf, wie Angehörige ihre Lebensqualität trotz Alkoholproblemen im Umfeld erhalten können. Nach dem Referat folgt eine Diskussion mit Lars Golly, Leiter des Case Management der Abteilung Sucht, und weiteren Gästen.

Union, oberer Saal, 1. Stock | Klybeckstrasse 95

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Achtsamkeit: mehr als ein Trend?

Inputreferat und Praxis

Montag, 29. Oktober | 19.00–21.00 Uhr

Eine jahrhundertealte Praxis wird gerade neu entdeckt und als Allerweltsmittel zu mehr Lebensglück angepriesen. Grundidee bei der Achtsamkeit ist, mit einfachen Übungen den Alltagsstress zu senken. Mehr im Hier und Jetzt zu leben. Dem Moment mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Das Gedankenkarussell zu stoppen und Gelassenheit zu entwickeln. Das erweiterte Bewusstsein verhelfe in stressigen Situationen innerlich einen Schritt zurückzutreten und so entspannter und souveräner mit Herausforderungen umzugehen. Zu gut, um wahr zu sein? Regula Saner, Psychologin, Psychotherapeutin und Achtsamkeitslehrerin, berichtet in ihrem Referat, was unter Achtsamkeit verstanden wird, wie man achtsames Sein übt und welche Wirkungen sich belegen lassen. Das Publikum ist herzlich eingeladen, mitzudiskutieren und praktische Übungen auf sich wirken zu lassen.

Theater Fauteuil, Kaisersaal, 2. Stock | Spalenberg 12

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Psychische Probleme am Arbeitsplatz – «Feuerwehrübungen» im Betrieb verhindern

Input und Diskussion

Dienstag, 30. Oktober | 17.30 – 19.30 Uhr

Die Veranstaltung richtet sich an (Klein-)Unternehmer sowie Vorgesetzte und vermittelt praxisnahes Wissen im Umgang mit psychisch beeinträchtigten Mitarbeitenden an Ihrem Arbeitsplatz. Unter anderem berichtet Dr. Niklas Baer (Psychiatrie BL) über die neusten Erkenntnisse zum Thema. Zudem wird über die verschiedensten Unterstützungsangebote der Invalidenversicherung im Krankheitsfall informiert. Im Anschluss findet eine Führung durch das Schweizerische Feuerwehrmuseum Basel statt.

Die Platzzahl ist beschränkt. Anmeldung per E-Mail an: Veranstaltung@ivbs.ch

Schweizerisches Feuerwehrmuseum Basel-Stadt | Spalenvorstadt 11

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Angst – ein weitverbreitetes Lebensgefühl?

Referat und Austausch

Dienstag, 30. Oktober | 19.00–20.30 Uhr

Alle kennen Sie – die Angst. Sei es Angst vor Menschenmengen, Angst vor Spinnen oder Angst vor dem Scheitern. Angst ist in erster Linie eine natürliche Reaktion auf eine potentielle Gefahr. Sie kann entsprechend hilfreich, sinnvoll oder sogar überlebenswichtig sein. Unsere Vorfahren wären beim Anblick eines wilden Tieres vermutlich umgekommen, hätten sie nicht aus Angst die Flucht ergriffen oder gekämpft. Und auch heute noch kann uns die Angst davor schützen, zu hohe Risiken einzugehen. Angst kann aber auch krank machen. Sie können das Leben der Betroffenen und des Umfelds stark beeinträchtigen.  Was steckt hinter diesem diffusen Gefühl, das gleichzeitig vorantreiben und lähmen, schützen und einschränken kann? Ist die permanente Angst und Sorge letztendlich ein Phänomen der modernen Leistungsgesellschaft? Und wie findet man einen guten Umgang mit diesem Gefühl? Über diese und weitere Fragen referiert der Philosoph Prof. Dr. Andreas Brenner (FHNW). Anschliessend findet ein Austausch mit dem Publikum statt.

Tagungszentrum Parterre Rialto | Birsigstrasse 45

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Ariella Kaeslin – Wenn man das Leid nicht sieht

Inputreferat und Podiumsgespräche

Mittwoch, 31. Oktober | 19.00–21.00 Uhr

Ariella Kaeslin, Europameisterin, WM-Zweite, Olympiafünfte und dreimal «Schweizer Sportlerin des Jahres», führte ein Leben im Scheinwerferlicht. In den Augen des Publikums war sie die Unzerstörbare. Doch was die Öffentlichkeit nicht sah: Ariella Kaeslin litt. So sehr, dass sie ausbrannte. Betroffenen von Burn-outs oder Depressionen fällt es häufig schwer, über ihre Gefühle und Gedanken zu sprechen. Dabei ist gerade dies sehr wichtig, um Leid zu mindern und Suizide vorzubeugen. Schweizweit gibt es jährlich etwa 15‘000 bis 25‘000 Suizidversuche. Etwa 1’100 Personen sterben jährlich durch Suiziden (ohne durch Sterbehilfeorganisationen assistierte Suizide). Dies sind täglich rund drei Suizide. Es ist einschneidend, belastend und schmerzhaft, einen nahe stehenden Menschen durch Suizid zu verlieren. Die Zurückgebliebenen haben von einer Sekunde auf die nächste keine Möglichkeit mehr, mit dem geliebten Menschen zu reden, Dinge zu klären oder über die überfordernde Situation zu sprechen. Meist sitzt der Schock tief und eine langwierige Trauerarbeit steht bevor. Zu den Gefühlsfacetten, welche im Trauerprozess durchlebt werden, können Schmerz, Fassungslosigkeit, Verlassenheitsgefühle, Verzweiflung, Ärger, Unverständnis oder Hilflosigkeit gehören. Es ist hilfreich, die Trauer zuzulassen und das Geschehene aktiv zu verarbeiten. Der offene Austausch und das Gespräch über das Geschehene mit Freunden/-innen und Bekannten sind nicht selten schwierig - aber gleichzeitig auch sehr wichtig. Ein interaktiver Anlass mit der ehemaligen Spitzensportlerin Ariella Kaeslin, der Psychiaterin Frau Prof. Dr. med. Gabriela Stoppe und dem Arzt und ehemaligen Hochleistungssportler Philipp Birkner.

Theater Fauteuil, Kaisersaal, 2. Stock | Spalenberg 12

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